„Wir brauchen Verlässlichkeit und Perspektiven“

Die Konturen werden schärfer, doch das ganze Bild ist noch nicht sichtbar: Wie geht es konkret weiter am „Gesundheitsstandort Marktheidenfeld“?

Bei einem Freie-Wähler-Spitzengespräch betonten Erste Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder, Fraktionssprecherin Andrea Hamberger und Ortsvorsitzender Holger Seidel, dass die Freien Wähler Marktheidenfeld zu den Wahlaussagen aus dem Jahr 2014 stehen: „Wir sind in Marktheidenfeld mitverantwortlich für den Erhalt des Hauses und werden deshalb zur Weiterentwicklung des Krankenhauses Marktheidenfeld als Teil des Klinikums Main-Spessart mitwirken.“

Es gebe durchaus eine Vielfalt an Vorstellungen zur Gestaltung dieser „Weiterentwicklung“. Die Freien Wähler begleiten diesen Prozess aktiv, kritisch und sachbezogen. Wichtig sei dabei, dass das jetzt vorgelegte Nachnutzungskonzept die Perspektive eröffne, den Standort Marktheidenfeld nachhaltig zu stärken. Zudem sei es unerlässlich, das Bedürfnis der Bevölkerung nach einer adäquaten Notfallversorgung ernst zu nehmen. Diese Versorgung müsse qualitativ hochwertig sein, denn nur dadurch finde sie auch Akzeptanz bei Bürgerinnen und Bürgern. Es gelte dabei stets im Auge zu behalten, was machbar, zukunftsorientiert und sinnvoll sei.

FW-Ortsvorsitzender Seidel führt weiter aus: „Bürgerversammlungen und Informationsveranstaltungen haben gezeigt, dass im Bereich der Verlässlichkeit, aber auch bei der Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern gewisse Defizite bestehen. Diese abzubauen und das Vertrauen in die gewählten Vertreter und Kommunalbehörden zu stärken, ist aktuell eine der wichtigsten Aufgaben für Kreistag und Verwaltungsspitze.

Die Freien Wähler sehen folgende Aspekte als wesentlich an:

  • Änderungen in Zeitplan und/oder Vorgehensweise dürfen nicht an den Entscheidungsgremien und Bürgern vorbei durchgesetzt werden. Deshalb braucht es neben einem ‚Nachnutzungskonzept‘ auch ein ‚Kommunikationskonzept‘, d. h. konkrete Vorstellungen darüber, wie Entscheidungen und Entwicklungen zeitnah und transparent vermittelt werden.
  • Eine Stadt, die als ‚ausgezeichneter Wohnort für Fach- und Führungskräfte‘ gilt, darf nicht durch Entscheidungen auf bundespolitischer Ebene, die aber in der Kommunalpolitik umgesetzt werden müssen, geschwächt werden. Diese Gefahr droht allerdings, wenn ein wesentlicher Standortfaktor, nämlich die wohnortnahe, gut erreichbare und sichere Erst- und Notfallversorgung der Bürgerinnen und Bürger auf dem Spiel steht.

Die Freien Wähler plädieren deshalb im Rahmen eines Nachnutzungskonzepts für die Sicherung des ärztlichen Notfalldienstes sowie die Stärkung der darin eingebundenen niedergelassenen Ärzte. Hier könnten z. B. die Krankenhausgebäude standortgerecht in ein Ärztehaus oder Medizinisches Versorgungszentrum überführt werden. Der jetzt schon gesetzlich vorgesehene Ärztliche Bereitschaftsdienst muss dann so gestaltet werden, dass die Marktheidenfelder jederzeit und gut erreichbar (not-)ärztlich (erst-)versorgt werden können.

  • Künftige Großinvestitionen für das neue Zentralkrankenhaus dürfen nicht zu Einsparungen bei unumgänglichen und überfälligen Projekten in anderen Bereichen führen. Genannt werden muss in diesem Zusammenhang die Gestaltung des Bildungsstandorts Marktheidenfeld. Hier hat ja der Stadtrat in einer Resolution Ende Januar bereits auf die Notwendigkeit hingewiesen, dass es bei der Sanierung von Staatlicher Realschule, Balthasar-Neumann-Gymnasium und Main-Spessart-Halle keinen Aufschub mehr geben darf. Angesichts des Zustands der Gebäude müssen die notwendigen Maßnahmen für unsere Kinder zügig umgesetzt werden.

Die Freien Wähler sehen durchaus große Chancen, Marktheidenfeld als Gesundheits- und Bildungsstandort zu stärken, ohne die für alle Bürgerinnen und Bürger wichtige und notwendige ärztliche Erst- und Notfallversorgung zu vernachlässigen. Die Verantwortlichen sind deshalb aufgefordert, Verlässlichkeit zu zeigen und Perspektiven zu entwickeln.“